
Es ist lang kein Geheimnis, dass sich die Strassen rund um den Checkpoint Charlie als ein höchst geschickter Platz für einen Galeriestandort eignen. Max Hetzler roch als einer der ersten den Braten und zog aus Charlottenburg in die Zimmerstrasse. Arndt&Partner folgten ihm und konnten in den letzten Jahren ihr Imperium gleich über mehrere Stockwerke des denkmalgeschützten Komplexes der Hausnummern 88-91 ausbreiten, in dem sich um die Jahrhundertwende noch eine Markthalle und später das Berliner Konzerthaus Clou befanden. Nebst etablierten Namen wie Barbara Weiss, Jette Rudolph und Klosterfelde befindet sich hier u.a. auch die Ausstellungsräume der Galerie Upstairs und des DAAD’s.
Flaniert man die Rudi-Dutschke Strasse (ehemals Kochstrasse) entlang, so passiert man die Galerie des jungen Julius Werner und die Galerie Crone, sowie die Räumlichkeiten des Galeristen Michael Janssen. Auch die ehemalige Kuratorin Klara Wallner zog es 2006 vor, sich nicht lebenslang in der ‘Nachwuchsgalerieszene’ in der Brunnenstrasse zu tümmeln, sondern lieber Nachbar von Crone, Werner & Janssen zu werden.
Seit letztem Jahr breite sich das Galerieviertel um den Checkpoint Charlie gen Osten aus. In der Lindenstrasse 34/35 konnte sich ein Galeriekomplex etablieren, welcher sich zu einem weiteren Kraftzentrum der Berliner Galerienszene herauskristallisiert und die internationale Kunstszene anzieht. Der schwedische Galerist Claes Nordenhake erwarb vor mehreren Jahren in umittelbarer Nähe vom Axel-Springer Verlag ein historisches (was sonst!) Gebäude, verabschiedete sich von der Zimmerstrasse und holte nach und nach sieben weitere Galerien mit ins Boot. Hierzu zählen u.a. die Düsseldorfer Galerie Konrad Fischer, die Dresdner Galerie Gebr. Lehmann und Volker Diehl, der jüngst mit seiner Moskauer Dependance Gallery One Schlagzeilen machte.
‘Wenn schon, denn schon’, dachte sich wohl auch die Galerie Carlier & Gebauer und verlagerte dieses Jahr ihren Hauptsitz in die Markgrafenstrasse. Mal sehen, wen es in nächster Zeit sonst noch so in die Ecke treiben wird.
Fazit: Definitiv kein Geheimnis bleibt letztlich die Tatsache, dass von Zeit zu Zeit ein Ausflug an den Checkpoint Charlie lohnenswert ist – um den man sonst wegen seines Touristentrubels lieber einen großen Bogen macht.
Na das sind doch mal Ideen für ne ausgedehnte Mittagspause…