Archiv für Juli 2008

31
Jul
08

Heidestrasse Galleries

Vor kurzem wurde bereits über die Halle am Wasser – dem neuen Standort für zeitgenössische Kunst neben dem Hamburger Bahnhof – berichtet. In unmittelbarer Nähe – in der Heidestrasse 46-52 siedelten sich mittlerweile eine ganze Reihe von weiteren Galerien und Projekträumen an, welche das Spektrum der Berliner Galerieszene erweitern. Das Ausstellungsprogramm scheint nicht ganz transparent zu sein. Daher lohnt sich eher ein spontaner Besuch, wenn man sich mal in der Nähe befindet.

Nach New York und Zürich eröffnete die Londoner Galerie HAUNCH OF VENISON hier ihre Berliner Dependance (mit einem unglaublich grandiosen space). Sie zeigt im Moment Werke des Pioneers der Land- and Konzeptkunst Robert Long. (bis 6. September)
Die GALERIE SCHUSTER konnte neben Ihrem Frankfurter Standort und dem in der Gartenstrasse (Berlin) einen neuen Raum in der Heidestrasse hinzugewinnen.
FRUEHSORGE CONTEMPORARY DRAWINGS: Andreas Tellefsen – Pale Males and Fairytales (bis 2. August)
HAMISH MORRISON GALERIE: Erik Niedling – Formation (bis 2. August)
ZERN: Marc Fromm – Skulpturen (bis 15. September)
Projektraum INFERNOESQUE
TAPE MODERN
EDITION BLOCK
TANAS – Raum für zeitgenössische türkische Kunst

24
Jul
08

Der Kunstherbst naht: London – Paris – Berlin

Ein kleiner Abstecher…
Noch strahlt die Sonne auf unsere Köpfe, doch schneller als man will werden die Bäume ihre ersten Blätter verlieren und Berlin wieder trostlos und kalt werden.
Daher schnell handeln und vielleicht jetzt schon im Vorraus einen Flug zu der ein oder anderen Kunstmesse in diesem Herbst buchen.

FRIEZE ART FAIR – LONDON: 16. – 19. Oktober 2008
Das i-Tüpfelchen der europäischen Kunstmessen ist ohne Zweifel die Londoner Frieze Art Fair. Hier drängelt und schubst sich alles, was Rang und Namen hat. Im Regent’s Park wird dann wie alle Jahre zuvor schon das große weiße Zelt stehen, in welchem rund 150 der angesagtesten zeitgenössischen Galerien ein Plätzchen finden. Begleitet wird die Messe jedes Jahr von einem überwältigenden Rahmenprogramm. Nicht ganz so leicht wie im überschaubaren Paris ist es jedoch sich nach dem Messebesuch durch den Dschungel der acht Millionen Metropole zu schlagen. Gut informieren und gut organisieren sollte man sich bereits im Vorraus, um auch ja alles mitnehmen zu können, was die Stadt zu dieser Zeit zu bieten hat. Als London- Frischling empfiehlt es sich die klassischen Museen abzuklappern. Eine nicht zu kurze Zeit sollte man in der Tate Modern verweilen. Im Herbst wird man u.a. in den Genuß der Rothko Retrospektive kommen, die derzeitig in der Hamburger Kunsthalle Station macht. Die eingefleischten Londonkenner begeben sich am Besten direkt in das ICA, die Serpentine Gallery, Barbican oder Hayward Gallery … und natürlich in den szenigen östliche Teil der Stadt. Hier tümmelt sich u.a. die legendäre White Cube Gallery und die Whitechapel Gallery
Zwei weitere Off- Messen sollten man bei dem reichhaltigen Angebot jedoch nicht verpassen, und wenn man nicht schon ohnehin sein letzten Cent andernorts gelassen hat, könnte man hier sogar bei geschultem Auge und geschicktem Händlerglück mit einem fancy Kunstwerk hinauskommen:
Zoo Art Fair: 17.- 20. Oktober
Scope Art Fair: 15. – 19. Oktober

FIAC – PARIS: 23. – 26. Oktober 2008
Eine Reise ins romantische Paris lohnt sich allemal zur herbstlichen Jahreszeit! Vorallem, wenn die Stunde der FIAC geschlagen hat. Zwar erwarten einen hier jedes Jahr keinerlei künstlerische Überraschungen, denn dafür bleiben die Franzosen sich selbst zu sehr treu. Doch darüber tröstet so einiges hinweg. So empfiehlt es sich gemütlich durch die Galeriestände im prachtvollen Grand Palais zuschlendern. Im Anschluss kann man je nach Wetterlage ein wenig durch die Tuilerien flanieren, bevor man sich mit Prachtsblick auf den Louvre ein Café Crème im Café Marly gönnt. Im Cour Carrée du Louvre gehts dann auch gleich weiter mit dem Galerieangebot. Den Kunstsüchtigen treibt es von dort aus – und natürlich im schnellen französischen tippel-tappel-Tempo – direkt in das Beaubourg, wo man sich zur Mittagszeit auf der Terrasse des George mit Panoramablick über ganz Paris ein Päuschen gönnen kann. Für das noch nicht satt gesehene Auge gibt es eine ganze Palette an weiteren Ausstellungsangeboten, oder man vergnügt sich bei einer ausgiebigen Shopping- und Galerie Tour in einem der charmanten Arrondissements. Laissez-faire, laissez-faire!
A Paris pendant la FIAC:
Château de Versailles: Jeff Koons Retrospektive
Galeries Nationales du Grand Palais: Picasso et les Maîtres
Centre Pompidou: Le futurisme à Paris, Jacques Villeglé, Sarkis
Fondation Cartier: César par Jean Nouvel
Maison Rouge: La collection Agustin et Isabel Coppel
Und einen InsiderGastroTip gibt es gleich dazu: Chez Janou. Das entzückende kleine Restaurant très provencal befindet sich im Marais und hat nun endlich auch eine eigene Website (sogar mit einem kleinen Film!). Pastis Pastis, plus de Pastis, vite!!!

PARIS PHOTO- PARIS: 13. – 16. November 2008
Nicht weniger elegant geht es in Paris im November gleich weiter. Die auf Photographie fokussierte Messe ist der ganze Stolz der Pariser. Internationale Aussteller – sowohl Galerien als auch Verlage – reisen für die Paris Photo an die Seine, um im Carrousel du Louvre ihre Errungenschaften zu präsentieren. Das Pariser Publikum wird für seine Kennerschaft und schnellen Kaufentscheidungen gerühmt. Die Messe mit ihrer unaufgeregten, gepflegten Diskretion ist ein Highlight des Herbstes.

BERLIN BERLIN – DER NABEL DER KREATIVSZENE
Berlin wird weltweit immer mehr zu DER Kreativmetropole deklariert. Das zeigt allein schon das unermesslich wachsende Angebot der alljährlich stattfindenden Kunstmessen, die sich neben dem Art Forum Berlin zu etablieren versuchen. Doch das nur im positivsten Sinne. Wie sonst kann die international immer mehr florierende Berliner Kreativszene gesättigt werden?
Da diesbezüglich in Zukunft weitere Informationen folgen werden, nur schon einmal vorab eine kleine Selektion an dem Trubel, der uns erwarten wird:
Art Forum Berlin: 31. Oktober – 3. November
Preview Berlin: : 31. Oktober – 2. November
Berliner Liste: 30. Oktober – 2. November
Berliner Kunstsalon: 30. Oktober – 3. November

24
Jul
08

Junge Kunst Berlin

Junge Kunst Berlin präsentiert aktuelle Positionen zeitgenössischer Kunst aus der Hauptstadt. Die Absolventen der Berliner Kunsthochschulen, Meisterschüler und Diplomanden zeigen ihre aktuellen Arbeiten auf einer eigens dafür geschaffenen Plattform. Die Internetseite Junge Kunst Berlin bietet die Möglichkeit, den Weg der Künstler zu verfolgen und ständig Einblick in neue Arbeitsprozesse zu bekommen.
Die aktuelle Ausstellung Kings & Queens in der Galerie Miope in Kreuzberg ist noch bis zum 09. August zu sehen. Zu entdecken sind schrille Photographien von Phillip Schumann und Jan Poppenhagen.

Jüngst hat das Art Magazin die Ausstellung sogar unter die Top 5 der Woche deutschlandweit gewählt.
Weiter so!

23
Jul
08

Get Involved: 24h Berlin – Ein Tag im Leben


Das klingt nach Spass und Action und somit lässt sich der Berliner Sommer sicher sehr angenehm ausklingen lassen:

„24h Berlin ist nicht einfach ein Fernsehprogramm. Es ist ein multimediales, interaktives Großereignis: aus Berlin, von Berlin, über Berlin. Im Mittelpunkt des Projekts stehen die Menschen in Berlin. Jeder kann sich aktiv beteiligen, denn so vielfältig wie Berlin ist, so vielfältig soll auch die Perspektive auf die Stadt sein.“

Am 5. September 2008 heißt es kreativ werden: Grab a camera, make a movie!

Alle weiteren Informationen findet ihr auf der 24h Berlin Website

22
Jul
08

Sammlung Scharf- Gerstenberg

Bereits im Jahr 2000 war die Sammlung des Hamburgers Dieter Scharf unter dem Titel Surreale Welten in Berlin zu sehen. Nun hat sie im östlichen Stülerbau in Charlottenburg, das seit dem Auszug des Ägyptischen Museums frei steht, ein festes Domizil bekommen – als weitere Dependance der Nationalgalerie. Fast 250 Werke sind hier zu sehen: Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Fotografien und auch Filme.
Das Spektrum der Sammlung reicht von Piranesis labyrinthischen Kerkerarchitekturen über die Traumszenen des Symbolismus bis zu den klassischen Surrealisten wie Max Ernst, René Magritte und Yves Tanguy und darüber hinaus zu Hans Bellmers „Puppen“-Arbeiten.
Für das Charlottenburger Museumsquartier ist die Sammlung Scharf-Gerstenberg ein großer Gewinn, nicht nur wegen der hochkarätigen Sammlung, die eine ideales Pendant zum Museum Berggruen gegenüber bildet, sondern auch wegen seines schönen Cafés im neuen gläsernen Anbau.

Kurz zum Background: Der Unternehmer Otto Gerstenberg (1848- 1935) war Anfang des 20. Jahrhunderts einer der bedeutendsten Kunstsammler in Berlin. Während des zweiten Weltkrieges wurden jedoch Teile seiner Sammlung zerstört und noch nach Kriegsende als „Beutekunst“ nach Russland geschafft. Für Gerstenberg’s Enkel Dieter Scharf (1926-2001) bildeten die noch im Familienbesitz verbliebenen Kunstwerke den Grundstock für seine eigene Sammlertätigkeiten.

22
Jul
08

Collier Schorr: Freeway Balconies im Deutschen Guggenheim

Die amerikanische Künstlerin Collier Schorr wurde der Solomon R. Guggenheim Foundation eingeladen, eine Gruppenausstellung zu kuratieren. In Anlehnung an die Douglas Gordon Ausstellung The Vanity of Allegory von 2005 ist die Ausstellung zugleich als Selbstporträt und als Bestandsaufnahme der aktuellsten amerikanischen Kunstszene konzipiert. Zu sehen sind u.a. Arbeiten von David Altmejd, Sara Gilbert, Leigh Ledare, Bruce Nauman, Yvonne Rainer oder Richard Prince sowie Arbeiten von Collier Schorr, die im Dialog das Ineinandergreifen von Identität und Identifikation, Fragen nach dem kulturellen Gedächtnis, nach politischen Erinnerungslücken sowie die unterschiedliche Behandlung dieser Fragen in der künstlerischen Aktion und Produktion thematisieren.
Der Ausstellungstitel Freeway Balconies ist dem Werk des Beat-Poeten Allen Ginsberg entliehen und bezieht sich ironisch auf den Schnittpunkt von Spektakel und Voyeurismus in der amerikanischen Kultur.

Ausstellungsdauer: 05. Juli 2008 bis 21. September 2008
Kostenlose Führungen: Täglich um 18 Uhr
Lunch Lectures: Mittwochs um 13 Uhr,
Brunch Lectures: Sonntags um 11.30 Uhr
(Thematiken der Lectures können auf der Website eingesehe werde)

Einen Einblick in die Arbeitsweise von Schorr verdeutlicht folgender kleiner Ausschnitt, produced by Art:21.

10
Jul
08

XV. Rohkunstbau in Potsdam

Die Rohkunstbau ist mittlerweile zu einem Synonym für internationale zeitgenössische Kunst in Brandenburg geworden. Besonderes Kennzeichen der Ausstellung ist die Ortsbezogenheit ihrer Exponate. Der Mitbegründer und künstlerische Leiter Arvid Boellert hatte dieses Konzept vor 1993 für das Spreewald-Schloss Groß Leuthen entwickelt.
2007 war das Schloss Sacrow – Teil des Potsdamer Unesco Weltkulturerbes – die neue Heimat.
Die 2008er Ausstellung unter dem Motto Drei Farben – ROT ist in der am Heiligen See in Potsdam gelegenen Villa Kellermann zu sehen. Zehn Künstler unter anderem aus der Schweiz, Israel, Deutschland und Russland haben sich mit dem Thema „Brüderlichkeit“ auseinandergesetzt und zeigen Zeichnungen, Collagen, Installationen, Photographie oder auch Videobeiträge.

Vernissage: Sonntag, 13. Juli 2008 um 15 Uhr in der Villa Kellermann (Mangerstrasse 34-36, Potsdam)
Austellungsdauer: 17. Juli bis 5. Oktober 2008