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29
Okt
08

Galerie-Tour: Holzmarktstrasse


Vorbei, meinte man, sei die Zeit der Galerien in den S-Bahnbögen an der Jannowitzbrücke. Eher seltener trat man den Weg Richtung Holzmarktstrasse an, wo sich einst die heutigen ‚Klassiker‘ wie Mehdi Chouakri, Carlier & Gebauer, c/o Atle Gerhardsen und ein zweiter Ausstellungsraum von Max Hetzler aneinander reihten. Nur Wenige werden sich erinnern können, dass an diesem Orte 2001 die 2. Berlin Biennale stattfand, und Vieles von dem, was lange ‚vor unserer Zeit‘ in den direkt an der Spree liegenden Bögen geschah, wird im Verborgenen bleiben.
Als Hetzler seinen zweiten Standort in die Osramhöfe nach Wedding verlagerte, und Chouakri in die Edisonhöfe nach Mitte zog, breitete sich Carlier & Gebauer in drei der dort angesiedelten Galerie-Bögen aus und dominierte diesen Standort zumindest temporär. Zuletzt zog es auch sie Richtung Checkpoint Charlie; in die Markgrafenstrasse.
Wer weiß, wozu manch Wandel gut ist. Einzig aus alten Zeiten verblieben, ist der norwegische Galerist Atle Gerhardsen, der sich mit namenhaften Künstlern wie Jim Lambie, Lari Pittmann und Carroll Dunham im internationalen Kunstgeflecht etablieren konnte. Mit der Eröffnung einer Dependance der Pariser Galerie Praz-Delavallade weht seit nun einem Jahr frischer Wind direkt von der Seine an die Spree. Anstelle des Büro-Friedrichs residiert an diesem Ort nunmehr die Galerie Mirabel Lopéz, die ihren Fokus auf die zeitgenössische spanische Kunst setzt.
Skandinavische Gelassenheit, spanisches Temperament und französische Eleganz erwecken diesen Galeriestandort zu neuem Leben.
Wer nach weiterer Inspiration sucht, macht einen Abstecher in die unmittelbare Umgebung. Dort lassen sich noch weitere Galerien entdecken: Altbewährtes und Neues geben sich hier die Hand.
holzmarktstrasseplus-2

29
Okt
08

Galerie-Tour: Rund um den Checkpoint Charlie


Es ist lang kein Geheimnis mehr, dass sich die Strassen rund um den Checkpoint Charlie als ein höchst geeigneter Platz für einen Galeriestandort eignen. Max Hetzler hatte als einer der Ersten eine feine Spürnase, als er aus Charlottenburg in die Zimmerstrasse zog. Arndt & Partner folgten ihm und konnten in den letzten Jahren ihre Aktivitäten gleich über mehrere Stockwerke des denkmalgeschützten Komplexes der Hausnummern 88-91 erweitern, in welchem sich um die Jahrhundertwende eine Markthalle und später das Berliner Konzerthaus Clou befanden. Neben etablierten Namen wie Barbara Weiss, Jette Rudolph und Klosterfelde haben sich hier auch die Ausstellungsräume der Galerie Upstairs und des DAAD’s – ein renommiertes Stipendienprogramm für Künstler unterschiedlicher Sparten – angesiedelt.
Flaniert man die Rudi-Dutschke Strasse (ehemals Kochstrasse) entlang, so passiert man die Galerie des jungen Julius Werner sowie die Räumlichkeiten der Galerie Crone und des Galeristen Michael Janssen. 2006 zog es schließlich auch die ehemalige Kuratorin Klara Wallner vor, sich nicht dauerhaft in der ‚Nachwuchsgalerie-Meile‘ in der Brunnenstrasse nahe des Rosenthaler Platzes zu tümmeln, sondern lieber Nachbar von Crone, Werner & Janssen zu werden.
Seit letztem Jahr expandierte das Galerieviertel um den Checkpoint Charlie gen Osten. In der Lindenstrasse 34/35 konnte sich ein Gebäudekomplex etablieren, welcher sich zu einem weiteren Kraftzentrum der Berliner Kunstszene herauskristallisierte. Der schwedische Galerist Claes Nordenhake erwarb vor mehreren Jahren in unmittelbarer Nähe des Axel-Springer-Verlags ein historisches Gebäude, verabschiedete sich von der Zimmerstrasse und holte nach und nach sieben weitere Galerien mit ins Boot. Hierzu zählen u. a. die Düsseldorfer Galerie Konrad Fischer, die Dresdner Galerie Gebr. Lehmann und Volker Diehl, der jüngst mit seiner Moskauer Dependance Gallery One Schlagzeilen machte.
‚Wenn schon, denn schon‘, dachte sich womöglich auch die Galerie Carlier & Gebauer und verlagerte dieses Jahr ihren Hauptsitz in die Markgrafenstrasse.
Es bleibt spannend, wen es in nächster Zeit sonst noch in diese Ecke treiben wird.

29
Okt
08

Temporäre Kunsthalle: Candice Breitz

Nach knapp einjähriger Debatte ist es heute soweit. Die Temporäre Kunsthalle auf dem Berliner Schlossplatz öffnet ihre Pforten.
Die Bespielung der neuen Räumlichkeiten durch die Künstlerin Candice Breitz erfreut mich daher so, weil ihre Videoinstallationen Becoming, die 2003 in der Galerie Max Hetzler gezeigt wurde, mir bis heute unvergesslich in Erinnerungen geblieben ist und zu meiner persönlichen Top 10 Liste von Berliner Ausstellung zählt. So please, dear Candice, don’t dissapoint me!

Candice Breitz
Inner + Outer Space

Vernissage: 29. Oktober 2008, 17.30 Uhr
Part I: 30.Oktober – 27.November 2008
Part II:28.November – 28.Dezember 2008

Links zur Debatte um die Temporäre Kunsthalle:
Hannah Beck-Mannagetta: Quadratisch, praktisch, gut – Der neue Entwurf für die Kunsthalle Berlin
Kito Nedo: Im Kasten. Der Beschluß für die Temporäre Kunsthalle Berlin

28
Okt
08

Raking Leaves in the Wind, @Create Berlin

Kurz notiert unter „Interessante Ausstellung“
Vom 29. Oktober bis zum 28. November 2008 präsentiert CREATE BERLIN die Arbeiten von den drei kanadischen Künstlern und Designern Eve Duhamel, Julian Vallée und Brent Wadden.

Raking Leaves in the Wind
Create Berlin
Wallstrasse 1, 10179 Berlin

P.S. Selten ein so schönes Ausstellungsplakat gesehen 🙂

14
Okt
08

London Calling…Frieze 2008 & Co.


Morgen früh geht es endlich los. Sechs Tage London – Sechs Tage im Namen der Kunst. Während ich zunächst beim exklusiven Professional & Private Viewing der Frieze außnahmsweise ohne Menschenmassen den Flair der meines Erachtens erlesensten Kunstmesse genießen darf und die Sammler hautnah beim „jagen und zuschlagen“ beobachten darf, werde ich versuchen soviel wie möglich vom derzeitig so (herje!) umfangreichen Londoner Ausstellungsangebot mitzunehmen. Zu meinen Favoriten zählen die Bacon- Retrospektive und der Turner Prize in der Tate Britain; der von Frank Gehry gestaltete Pavillon der Serpentine Gallery mit Gerhard Richter Ausstellung; die jüngst wiedereröffnete Saatchi Gallery in unmittelbarer Nähe vom Sloane Square und das ICA. Neben den weiteren üblichen Verdächtigen (leider zeigen alle im Moment sensationelle Ausstellungen!), werde ich mich vornehmlich im östlichen Teil Londons rumtümmeln, wo sich vorallem in Shoreditch und South Hackney mehrere Ameisenkolonien an Galerien angesammelt haben. Neben der Frieze findet noch die Zoo Art Fair in der Royal Academy of Arts, die Scope Art Fair und eine ganz außergewöhnliche, die Free Art Fair, statt. Auf Letzterer kann man tatsächlich for free ein Kunstwerk abstauben, vorausgesetzt man ist geduldig und hat vor langem Warten keine Scheu.

Eine Übersicht sämtlicher Londonder Museen, Galerien und Institutionen findet man hier.

Sehenswürdig: (selection)
National Gallery: Renaissance Faces – Van Eyck to Titian
National Portrait Gallery: Annie Leibovitz
Tate Modern: Rothko Retrospektive; Dominique Gonzales Foerster
Royal Institute of British Architecture: Anish Kapoor
Hayward Gallery: Robin Rhode; Andy Warhol
Whitechapel Gallery: Shahryar Nashat; Ryan Trecartin
Parasol Unit: Charles Avery
Bloomberg Space: Fade In / Fade Out
Camden Arts Center: u.a. Allen Ruppersberg

09
Okt
08

JungeMeister: Neues Programm

Es ist wieder soweit!!! Die JungenMeister präsentieren ihr Herbst/Winter Programm mit einer hochkarätigen Auswahl an Führungen, Private Views, Artist’s Talks und weiteren Specials.
Jeder ist herzlich eingeladen an den exklusiv auserwählten Veranstaltungen teilzunehmen. Be an early bird und meld Dich schnell an. Die Plätze sind begrenzt und heiß begehrt.

AKTUELL:
Pivate View bei Via Lewandowsky / Atelierführung
16. Oktober 2008, 19:30 Uhr

Norbert Bisky führt durch seine Einzelausstellung in der Galerie Crone
23. Oktober 2008, 17 Uhr

Megastructures reloaded – Führung und Gespräch
Oktober 2008

ART FORUM BERLIN 2008: Der Kurator Hans-Jürgen Hafner führt durch die Sonderausstellung „Difference, what Difference?“
1. November 2008, 12 Uhr

Unsterblich! Der Kult des Künstlers, Kulturforum Potsdamer Platz
13. November 2008, 19 Uhr

Temporäre Kunsthalle Berlin – Candice Breitz – Constanze Kleiner im Gespräch
1. Dezember 2008, 18 Uhr

…und vielem vielem mehr in der Vorschau hier.

09
Okt
08

Sammlung agnés b. im C/O Berlin

Erstmals außerhalb Frankreichs gewährt die Modedesignerin und Galeristin agnés b. einen Einblick in ihre exklusive Privatsammlung.
Die morgige Eröffnung im C/O Berlin wird musikalisch von der britischen Band Friendly Fires begleitet. Give it a try!

Vernissage: 10. Oktober, ab 19h
Ausstellungsdauer: bis 7. Dezember 2008

Aus der Presseinfo:
„Die rund 200 Werke der Sammlung bieten eine einzigartige Gegenüberstellung renommierter Photographen und junger Positionen und spannen einen Bogen von der Entstehungszeit des Mediums bis zur aktuellen Autorenphotographie. Diane Arbus, Andy Warhol, Nan Goldin, Brassai und Robert Mapplethorpe sind in der Sammlung ebenso vertreten wie Ryan McGinley und Ingar Krauss. Durch den direkten und ehrlichen Blick der Photographen auf den Menschen und das Intime im Alltag ergibt sich so ein uninszeniertes Panorama menschlichen Lebens. agnès b. hat ihre Sammlung behutsam Stück für Stück zusammengestellt – einige Photographien sind berühmt, andere nur für sie persönlich von Wert. Jedes Bild lässt ein weiteres nachklingen und so ist über einen Zeitraum von rund zwanzig Jahren eine in sich stimmige Sammlung entstanden.“